1. Alle Kosten erfassen
Unterscheide feste und variable Kosten. Fest sind zum Beispiel Location-Miete, Gagen, Technik, Security, GEMA, Werbung und Versicherung. Variabel sind Kosten, die mit jedem Gast steigen, etwa Bändchen, Garderobe oder Promoter-Provision pro Ticket.
Denk auch an Abgaben, die oft vergessen werden: Künstlersozialabgabe auf Künstlergagen (2026: 4,9 %) und gegebenenfalls Steuerabzug bei Acts aus dem Ausland. Lass dir unsichere Posten vorher schriftlich bestätigen.
2. Netto rechnen: Umsatzsteuer abziehen
Dein Ticketpreis enthält Umsatzsteuer. Für Konzerte und Theater gilt oft der ermäßigte Satz von 7 %, für Partys mit DJ in der Regel 19 %.
Teile deinen Bruttopreis durch 1,07 oder 1,19, um den Nettobetrag zu erhalten, der dir tatsächlich zur Deckung der Kosten bleibt. Details findest du in unserem Leitfaden zur Umsatzsteuer auf Tickets.
3. Break-even berechnen
Beispielwerte: Deine Fixkosten liegen bei 4.200,00 €, variable Kosten bei 1,50 € pro Gast. Du planst eine Party mit 19 % Umsatzsteuer und einem Ticketpreis von 18,00 €.
Netto bleiben 18,00 € / 1,19 = 15,13 € pro Ticket. Abzüglich 1,50 € variabler Kosten bleiben 13,63 € Deckungsbeitrag. Der Break-even liegt bei 4.200,00 € / 13,63 € = 309 Tickets (aufgerundet).
Passt deine Location für 400 Gäste, brauchst du rund 77 % Auslastung, um die Kosten zu decken. Ist das realistisch? Wenn nicht, passe Kosten oder Preis an, bevor du verkaufst.
4. Preisstufen aus dem Break-even ableiten
Nutze Preisstufen, um früh Umsatz zu machen und später mehr pro Ticket zu verdienen. Eine einfache Regel: Das Early-Bird-Kontingent darf günstiger sein, solange der Durchschnittspreis aller Stufen über deinem Break-even-Preis liegt.
Rechne deshalb immer mit einem realistischen Mix: Wie viele Tickets verkaufst du in welcher Stufe? Plane die Abendkasse vorsichtig, denn sie ist die unsicherste Stufe.
5. Endpreis inklusive Gebühren zeigen
Gäste sehen nicht deinen Nettopreis, sondern den Gesamtpreis. Nach § 3 PAngV musst du Verbrauchern den Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer und Pflichtgebühren angeben, auch in Werbung.
Bei Tickean zahlst du als Veranstalter 0 %; Käufer zahlen eine Servicegebühr, die im angezeigten Endpreis enthalten ist. Prüfe deshalb, wie dein Ticketpreis plus Servicegebühr für Gäste wirkt, und passe den Ticketpreis an, wenn der Endpreis zu hoch erscheint.