Inhaberkarte oder personalisiertes Ticket
Ein Ticket ohne Namen ist rechtlich oft eine Inhaberkarte im Sinne von § 807 BGB: Der Veranstalter will dem Inhaber der Karte die Leistung erbringen, egal wer sie ursprünglich gekauft hat. Wer so ein Ticket weitergibt, gibt also das Zutrittsrecht weiter.
Ein personalisiertes Ticket trägt dagegen den Namen eines Gastes. Damit kannst du am Einlass prüfen, ob die Person vor dir auch die Person auf dem Ticket ist. Personalisierung ist kein Selbstzweck. Sie kostet Zeit am Einlass und Aufwand bei Namensänderungen. Sinnvoll ist sie vor allem bei stark nachgefragten Events, bei denen Zweitmarktpreise wirklich ein Problem sind.
Was AGB regeln dürfen und was der BGH sagt
Viele Veranstalter schränken den Weiterverkauf über ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen ein. Solche Klauseln müssen die Inhaltskontrolle nach § 307 BGB bestehen: Sie sind unwirksam, wenn sie Käufer entgegen Treu und Glauben unangemessen benachteiligen.
Der Bundesgerichtshof hat 2008 im Fall des HSV (I ZR 74/06) entschieden, dass ein Veranstalter den Verkauf an gewerbliche Händler ablehnen darf. Wer Karten mit verschwiegener Weiterverkaufsabsicht kauft, handelt wettbewerbswidrig. Den Handel mit Karten, die Händler von Privatpersonen gekauft haben, konnte der HSV dagegen nicht verbieten lassen.
Für dich heißt das: Eine Klausel, die den gewerblichen Weiterverkauf ausschließt, ist ein realistisches Werkzeug. Wie weit du darüber hinausgehen kannst, solltest du anwaltlich prüfen lassen.
Rechenbeispiel: wer am Zweitmarkt verdient
Du verkaufst ein Ticket für 30,00 €. Auf einem Zweitmarktportal wird es für 90,00 € weiterverkauft.
Die Differenz von 60,00 € landet beim Weiterverkäufer und beim Portal, nicht bei dir. Dein Gast zahlt das Dreifache, und wenn das Ticket gefälscht oder schon eingelöst ist, steht er am Einlass vor deinem Team.
Bei 50 solcher Tickets fließen 3.000,00 € an dir vorbei, ohne dass du mehr Kosten deckst. Ein offizieller Weg zum Weitergeben, etwa eine Namensänderung über dich zum Originalpreis, nimmt dem Zweitmarkt einen Teil seiner Grundlage.
Checkliste gegen den Schwarzmarkt
1. Schreib in deine AGB, dass Tickets nicht gewerblich weiterverkauft werden dürfen, und lass die Klausel prüfen.
2. Begrenze die Anzahl Tickets pro Bestellung bei stark nachgefragten Events.
3. Entscheide, ob du Tickets personalisierst, und plane dann genug Zeit für die Ausweiskontrolle ein.
4. Biete einen offiziellen Weg an, um ein Ticket an Freunde weiterzugeben.
5. Nutze QR-Tickets, bei denen jeder Code nur einmal gültig ist. Ein kopierter Screenshot bringt dann nur dem ersten Scan etwas.
6. Warne Gäste in der Kommunikation vor inoffiziellen Verkaufsportalen.